Einst lebte ein Dieb in einer Stadt namens Brahmapura. Eines Tages stahl er eine Tempelglocke und lief in den Wald. Ein Tiger, der den Klang der Glocke hörte, wurde neugierig und wollte wissen, woher der Klang der Glocke kam.
Als er den Dieb sah, fiel der Tiger über den Dieb her und tötete ihn. Die Glocke fiel zu Boden. Ein paar Tage später entdeckte eine Gruppe Affen die Glocke, hoben sie auf und begannen, mit ihr zu spielen. Kurz danach entdeckten die Stadtbewohner den Körper des Diebs und riefen aus: "Sicherlich ist ein Dämon in der Gegend, der die Menschen angreift und dann voll Freude die Glocke läutet." Als die Leute dies hörten, begannen sie die Stadt in Panik zu verlassen. Da dachte eine tapfere und kluge Frau bei sich: "Ich bin ganz sicher, dass es die Affen sind, die die Glocke läuten." Mutig ging sie in den Wald und sah einige Affen mit der Glocke spielen und sie läuten. Dann ging die Frau zum König und sagte: "Eure Majestät! Ich bin sicher, dass dieser Dämon überwältigt werden kann, wenn man zu den Göttern betet. Aber das wird Geld kosten." Der König, der nur zu gern den Dämon loswerden wollte, war bereit, viel Geld auszugeben. Die Frau gab vor, sehr ernst zu den Göttern zu beten. Sie zeichnete einen Kreis am Boden, legte einige Früchte hinein und begann, den Gott Ganesh anzurufen. Dann hob sie die Früchte auf und ging in den Wald. Sie legte die Früchte unter einen Baum und wartete in der Nähe. Als die gierigen Affen die saftigen Früchte sahen, ließen sie die Glocke fallen, genau wie die Frau erwartet hatte, und eilten nach unten, um die Früchte zu verspeisen. Die Frau hob die Glocke auf und eilte zurück in die Stadt. Der König war sehr erfreut und jeder bewunderte ihren Mut. In der Tat siegen Klugheit und Mut über alle Schwierigkeiten.
In einem großen Baum des Waldes lebten ein Krähenpaar. Eine schwarze Kobra wohnte in der Höhle des gleichen Baumes. Und immer wenn junge Vögel zur Welt kamen, fraß die Kobra sie auf.
Eines Tages sagte die Krähen-Frau, die Junge erwartete, zu ihrem Mann: "Liebling, bitte lass uns von hier fortgehen. Ich bin sicher, die schwarze Kobra wird wieder meine Kinder fressen." "Hab keine Angst", sagte ihr Mann. "Ich werde ihr Verbrechen nicht länger dulden." "Aber wie kannst du mit ihr kämpfen? Sie ist so stark!" sagte sie. "Ich bin klug", antwortete der Krähen-Mann, "also bin ich stärker." "Nun, kann ich etwas tun, um dir zu helfen?" fragte die Krähen-Frau. "Ja, kannst du," sagte ihr Mann. "Hör mir gut zu. Jeden Tag kommt der König und nimmt ein Bad in dem nahegelegenen See. Er legt seine goldene Kette ab und lässt sie an der Biegung des Sees, während er badet. Du musst diese Goldkette aufheben und vor dem Loch unseres Baumes ablegen, wo die schwarze Kobra wohnt. Wenn die Diener des Königs dir folgen, um die Halskette zurückzuholen, werden sie sicher die schwarze Kobra sehen und sie töten." Und die Krähen-Frau tat genau das, was ihr Mann ihr gesagt hatte. Die Diener des Königs jagten der Krähe nach, die die Halskette schlau vor dem Baumloch fallen ließ. Als die Diener den Ort erreichten, sahen sie die schwarze Kobra und töteten sie. In der Tat, es ist wahr, was die Weisen sagen: "Was durch Kraft nicht erreicht werden kann, das kann durch Klugheit erreicht werden."
In einer Berghöhle lebte einst ein Löwe. Er tötete Tiere, selbst wenn er keinen Hunger hatte.
Eines Tages kamen alle Tiere zusammen, gingen zu ihm und sagten: "Herr Löwe! Wozu dieses sinnlose Töten? Wenn Sie einverstanden sind, werden wir Ihnen jeden Tag ein Tier zu fressen vorlegen." Der Löwe dachte nach und sagte: "Einverstanden! Das ist eine gute Idee." Von diesem Tag an zogen die Tiere ein Los und schickten jeden Tag ein Tier zum Löwen. Eines Tages war ein alter Hase an der Reihe. Sehr widerwillig ging er langsam zur Höhle des Löwen. Auf dem Weg ersann er einen Plan, den Löwen zu töten. Gemäß diesem Plan kam er absichtlich sehr spät an der Höhle des Löwen an. "Warum kommst du so spät?", brüllte der Löwe, während er sich hungrig das Maul leckte. "Eure Majestät," sagte der Hase, "es war nicht meine Schuld. Auf dem Weg hierher wurde ich von einem Löwen aufgehalten, der mich fressen wollte. Er ließ mich erst gehen, als ich ihm schwor, dass ich zu ihm zurückkehren würde, nachdem ich bei Ihnen war." "Zeig mir diesen Schurken und ich werde ihn töten!", brüllte der Löwe, der wild vor Wut war, dass ein anderer Löwe seine Macht herausgefordert hatte. Der Hase führte den Löwen zu einem Brunnen, zeigte ihm listig sein eigenes Spiegelbild im Wasser und sagte: "Meister! Hier, sehen Sie selbst!" Der Löwe dachte, das Spiegelbild im Brunnen sei sein Feind, sprang in den Brunnen, um gegen den anderen Löwen zu kämpfen und ertrank. Der Hase kehrte nachhause zurück in der Gewissheit, dass Klugheit mächtiger ist als Kraft.
An der Küste eines Meeres lebte ein Tittibha Vogel-Paar.
Im Laufe der Zeit erwartet die Vogelfrau Junge und sagte zu ihrem Mann: "Mein Lieber, bitte finde mir einen geeigneten und ruhigen Platz, wo ich meine Eier legen kann." "Meine liebe Frau, dies ist der richtige Ort!" sagte ihr Mann. "Oh nein!", antwortete sie. "Bei Flut ist dieser Ort völlig überflutet!" "Was?! Glaubst du, ich bin so machtlos, dass das Meer es wagen würde, so etwas zu tun?" rief ihr Mann. "Mein Lieber", sagte die Tittibha-Frau mit einem Lächeln. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen dir und dem Meer. Du solltest deine Schwäche anerkennen. Sonst könnte es sein, dass du für deinen Hochmut bezahlen musst." Aber der Tittibha-Mann blieb hart und so musste das arme Weibchen die Eier an dem Ort legen, wo sie wohnten. Das Meer war über ihre Unterhaltung amüsiert und nahm bei erster Gelegenheit die Eier weg. "Mein Mann!", schrie die Vogel-Frau. "Etwas Schreckliches ist geschehen! Unsere Eier sind verschwunden!" "Meine liebe Frau", erwiderte der Vogel-Mann. "Mach dir keine Sorgen. Ich werde sie zurückholen." Dann berief der Tittibha eine Versammlung der Vögel ein. Sie gingen alle gemeinsam zu ihrem König Garuda und der Tittibha sagte zu ihm: "Meister! Wir lebten friedlich zuhause und verursachten niemandem Probleme, und dennoch hat das Meer mich und meine Frau gequält und uns unsere Eier weggenommen und und dadurch schrecklich unglücklich gemacht." Da erzählte Garuda Lord Vishnu, dem Bewahrer der Welt, alles was geschehen war. Gott Vishnu befahl dem Meer, dem Tittibha-Vogel sofort die Eier zurückzugeben. Das Meer erschrak sehr, gehorchte still Lord Vishnus Befehl und gab die Eier zurück. So erwies sich ein entschlossener kleiner Vogel dem mächtigen Meer ebenbürtig.
Am Ufer des Flusses Godawari stand einst ein großer Baum. Einige Vögel hatten ihr Nest in der Höhle des Baumes gebaut und lebten dort glücklich.
Eines Tages, während der Regenzeit, als der Himmel voller schwarzer Wolken hing, regnete es heftig. Ein paar Affen, die sich in der Gegend aufhielten, wurden vollständig durchnässt und suchten unter dem Baum Schutz. Sie zitterten und fühlten sich elend vor Kälte. Als die Vögel das sahen, taten ihnen die Affen Leid. Um sie aufzumuntern, sagten die Vögel: "Hört zu, ihr Affen! Wir haben unsere Nester aus Zweigen und trockenen Grashalmen gebaut, die wir mit den Schnäbeln aufgepickt haben. Ihr habt Hände und Füße, also warum sitzt ihr so untätig im Regen? Warum macht ihr euch nicht einen schönen Unterstand?" Als die Affen dies hörten, wurden sie ärgerlich und sagten zu sich: "Diese Vögel brauchen Regen oder kalten Wind nicht zu fürchten. Da sie es gemütlich haben, denken sie, sie könnten uns kritisieren. Aber wartet nur! Wenn der Regen aufhört, werden wir es euch zeigen!" Nach einiger Zeit hörte der Regen auf und die Affen kletterten den Baum hinauf. Sie zerbrachen die Vogeleier und zerstörten ihre Nester. Die armen Vögel bedauerten ihre Worte und merkten, dass sie keinen ungebetenen Rat hätten erteilen sollen. Vergiss nie: Gib niemandem Salz noch Rat, es sei denn, er bittet dich darum.
In der Stadt Hastnapura lebte ein Dhobi namens Vilasa. Vilasa hatte einen Esel, der Lasten trug, die viel zu schwer für ihn waren. So wurde er jeden Tag schwächer. Es sah so aus, als ob er bald sterben würde, wenn er nicht eine anständige Mahlzeit bekommen würde.
Damit der Esel kostenlos fressen könnte, warf ihm der Dhobi ein Tigerfell über und ließ ihn frei in einem Kornfeld umherlaufen. Als der Besitzer des Kornfeldes das Tier entdeckte, hielt er ihn für einen Tiger und lief vor Angst davon. Er erzählte seinem Nachtwächter und einigen anderen Leuten, was geschehen war. Ein paar Tage später warf sich der Nachtwächter, der das Kornfeld bewachte, eine graue Decke über, nahm seinen Pfeil und Bogen und versteckte sich. Auf allen Vieren wartete er geduldig auf den Tiger. Als der Esel im Tigerfell, der in der Zwischenzeit stark geworden war, weil er nach Herzenslust Korn fressen konnte, eine graue Gestalt in der Ferne sah, dachte er, es sei eine Eselin. Er brüllte laut und lief auf sie zu. Der Nachtwächter begriff schnell, dass es sich um einen Esel, und nicht um einen Tiger handelte, und schoss ihn sofort tot. Mit einem zufriedenen Lächeln sagte sich der Nachtwächter: "Das passiert, wenn Leute vorgeben, etwas zu sein, was sie nicht sind."
Einst lebte in einem Wald eine Herde Elefanten. Sie gingen regelmäßig zu einem nahegelegenen Teich, um ihren Durst zu stillen und zu baden. In einem bestimmten Jahr jedoch regnete es überhaupt nicht, auch nicht in der Regenzeit, und der Teich trocknete vollständig aus.
Die Elefanten bekamen Durst. Also gingen sie zu ihrem König und sagten: "Meister, wir haben Durst. Wie können wir ohne Wasser leben? Was sollen wir tun? Wohin sollen wir gehen?" Der Elefantenkönig führte sie zu einem sauberen, tiefen See nicht weit von dem Ort, an dem sie lebten. Wie die Zeit so verging, geschah es, dass, immer wenn die Elefanten zum See gingen, ein paar Hasen unter ihren Füßen zertrampelt wurden. Als einer der Hasen sah, was passierte, dachte er bei sich: "Wenn jedesmal, wenn die Elefanten zum See gehen, ein paar von uns Hasen zertrampelt werden, dann wird unsere Rasse eines Tages vollständig vernichtet sein." Ein alter Hase namens Vijay sagte: "Wir wollen uns keine Sorgen machen! Ich werde mir einen Plan ausdenken, um sie loszuwerden." Nachdem er dies versprochen hatte, ging er spazieren. Unterwegs dachte er sich: "Was soll ich den Elefanten sagen, wenn ich sie sehe? Ich darf ihnen nicht zu nahe kommen, sonst werde ich getötet. Also werde ich auf den Hügel klettern und von dort aus zu ihrem König sprechen." Und genau das tat er. "Wer bist du?" fragte der Elefantenkönig. "Und woher bist du gekommen?" "Ich bin ein Bote, und der Mondgott hat mich zu Euch gesandt," sagte der Hase. "Bitte sage uns, warum du hier bist," sagte der Elefantenkönig. "Ein Bote spricht nichts als die Wahrheit," sagte der Hase, "auch wenn es gefährlich ist. Hört, was der Mondgott euch zu sagen hat: ‚Diese Hasen sind die Wächter meines Sees, aber sie werden von Euren Elefanten vertrieben oder zu Tode getrampelt. Dabei stehen sie seit langem unter meinem Schutz. Es ärgert mich, dass ihr sie tötet. Also nehmt euch in Acht und geht von hier weg." Nachdem Vijay, der alte Hase, das gesagt hatte, sprach der Elefantenkönig, der nun ängstlich geworden war: "Oh weh, all das geschah in Unwissenheit! Es wird nicht wieder geschehen, das verspreche ich dir." "Nun gut, wenn das so ist", sagte der alte Hase, "dann könnt ihr in Frieden gehen. Aber vorher müsst Ihr dem Mondgott, der im See lebt und vor Wut zittert, Ehre erweisen." Des Nachts führte der alte Hase den Elefantenkönig zum See. Der König sah ins Wasser und erblickte das schillernde Spiegelbild des Mondes. Als er das sah, dachte er, dass der Mondgott tatsächlich böse auf ihn sei. Er verbeugte sich vor ihm voller Ehrfurcht. Vijay, der alte Hase, sagte taktvoll: "Oh Herrscher, Mondgott! Der Elefantenkönig hat unwissend einen Fehler begangen, indem er seine Herde zu diesem See gebracht hat. Bitte vergib ihm. Er wird all seine Elefanten sofort von hier wegführen und nie wieder zurückkommen." Sobald der alte Hase seine Rede beendet hatte, führte der Elefantenkönig seine Herde hinweg. Siehst du, so kann - wie in Vijays Fall - eine schwache Person mit ein bisschen Witz und Geistesgegenwart den stärksten Feind besiegen. Und die Hasen lebten für immer glücklich und zufrieden.
Auf einem riesigen Feigenbaum vor den Toren der Stadt Ujjain lebte ein gutherziger Reiher und eine böse Krähe. An einem sehr heißen Sommertag hielt ein Reisender, der vom Wandern in der Sonne müde geworden war, in dem kühlen Schatten unter dem Feigenbaum an.
Er legte seinen Pfeil und Bogen neben sich und schlief ein. Nach einiger Zeit wanderte der Schatten des Baumes und ließ das Gesicht des Reisenden ungeschützt in der Sonne. Als der gutherzige Reiher dies sah, breitete er seine Flügel aus, um den Reisenden vor der Sonne zu schützen. Die böse Krähe hatte alles beobachtet. Es ärgerte sie, den Reisenden in Ruhe schlafen zu sehen. Und als der Reisende aufwachte und genüsslich gähnte, konnte sie ihren Ärger nicht länger kontrollieren. Sie erleichterte sich direkt in den Mund des Reisenden und flog davon. Wütend sprang der Reisende auf. Er blickte nach oben, um den Schuldigen zu finden, und sah den Reiher. Da nahm er seinen Pfeil und Bogen und schoss den Vogel tot. Wenn der unglückliche Reiher gewusst hätte, dass die Gesellschaft des Bösen dem Guten oft Sorge und Leid bringt, wäre er noch am Leben.
Einmal, am Festtag des Gottes Garuda, dem König der Vögel, pilgerten alle Vögel zur Küste. Mit all den anderen flogen auch eine Krähe und eine Wachtel, die schon seit einiger Zeit Freunde waren.
Auf ihrem Weg sahen die beiden Vögel einen Kuhhirten, der einen Topf Käse auf dem Kopf trug. Die böse Krähe flog - gemäß ihrer Natur - hinter dem Mann und steckte ihren Schnabel immer wieder in das Gefäß und fraß den Käse. Als der Kuhhirte bemerkte, was da vor sich ging, blieb er stehen, stellte seinen Topf auf den Boden und sah umher. Er sah eine Krähe und eine Wachtel in der Nähe. Als die Krähe dies sah, bekam sie Angst und flog schnell davon. Die langsame Wachtel wurde von dem Kuhhirten getroffen und getötet. Die Wachtel hätte wissen müssen, dass es das Klügste ist, schlechte Gesellschaft zu meiden, sonst kann man zu Schaden kommen.
Einmal wanderte ein Schakal auf der Suche nach Futter in der Umgebung einer Stadt umher und fiel in einen großen hölzernen Kübel mit Indigofarbe. All seine Anstrengungen, wieder heraus zu kommen, waren umsonst. Am nächsten Morgen, als der Schakal die Schritte des Färbers hörte, lag er mucksmäuschenstill da und stellte sich tot.
Und wirklich: als der Färber den Schakal bemerkte, dachte er, dass dieser tot sei. Also holte er den Schakal heraus und warf ihn auf den Boden. Sobald der Färber ihn aus dem Kübel geworfen hatte, sprang der Schakal auf und rannte um sein Leben in den Wald. Als der Schakal seine neue blaue Farbe sah, dachte er bei sich: "Jetzt sehe ich ganz anders. Aber warum sollte ich nicht das Beste daraus machen?" So rief er alle Schakale zusammen und sagte zu ihnen: "Die Waldgöttin hat meinen Körper mit ihren eigenen Händen gesalbt. Seht meine Farbe! Von heute an bin ich der Herrscher dieses Waldes und ihr werdet meine Befehle ausführen." Die Schakale sahen seine eigenartige Farbe voller Ehrfurcht an, verbeugten sich respektvoll vor ihm und sagten: "Wir werden tun, was Eure Majestät befiehlt!" Wie die Zeit so verging, erkannten auch andere Tiere des Waldes ihn als ihren König an. Im Folgenden wurden auch der Löwe und der Tiger seine Untertanen. Nun wurde der Schakal immer stolzer. Er wurde so überheblich, dass er sich weigerte, andere Schakale als Teil seiner Untertanen zu akzeptieren. Als ein alter Schakal bemerkte, dass die anderen Schakale sehr traurig waren, sagte er zu ihnen: "Seid nicht traurig. Wir sind so klug, und doch sind wir so erniedrigt worden von diesem sogenannten König. Ihr werdet sehen, er wird dafür bezahlen. Der Löwe, der Tiger und die anderen Tiere bemerken nicht, dass er nur ein Schakal ist und deswegen haben sie ihn als ihren König akzeptiert. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, so dass sie die Wahrheit erkennen. Ich weiß, wie wir das anstellen können. Lasst uns heute Abend zusammenkommen und zur gleichen Zeit zu heulen anfangen. Dieser König wird sicherlich in unser Geheul einstimmen, denn - trotz allem ist und bleibt er ein Schakal." Am Abend versammelten sich die Schakale und begannen zu heulen. Getreu seiner Natur begann auch der blaugefärbte Schakal zu heulen und sein Spiel war ausgespielt. Sofort wussten der Löwe, der Tiger und die anderen Tiere, dass er sie zum Narren gehalten hatte. Sie fielen über ihn her und töteten ihn. Als der alte Schakal dies hörte, nickte er und sagte: "Es lohnt sich nicht, zu betrügen, denn die Wahrheit wird am Ende immer triumphieren."
Vor langer Zeit lebte in einem See im Land Magdha eine Schildkröte. Auch zwei Schwäne lebten in der Nähe. Die drei waren sehr gute Freunde. Eines Tages kamen einige Fischer und sagten zueinander: "Wir werden morgen früh hierher zurückkommen und Fische und Schildkröten fangen."
Als die Schildkröte dies hörte, sagte sie zu den Schwänen: "Hört was die Fischer gesagt haben. Was können wir tun? Was in der Welt soll ich nur tun? Die Schwäne antworteten: "Wir werden sehen, was das Beste ist." "Ich habe einige schreckliche Dinge erlebt in der Vergangenheit," sagte die Schildkröte. "Könnt ihr mir helfen, noch heute zu einem anderen See zu kommen? "Aber es ist zu unsicher, wenn du zu einem anderen See kriechst." "Nun, ihr könntet mich zwischen euch dorthin tragen", antwortete die Schildkröte, die sichtlich erfreut über ihre Idee war. "Aber wie können wir das machen?" fragten die Schwäne. "Jeder von euch könnte ein Ende eines Stockes im Schnabel halten, während ich ihn in der Mitte mit meinem Maul halte. Wenn ihr dann fliegt, kann ich mit euch fliegen," sagte die Schildkröte. "Was für eine gute Idee!" sagten die Schwäne. "Aber es ist sehr gefährlich, denn wenn du während des Flugs zum Sprechen dein Maul öffnest, wirst du hinunterfallen." "Glaubt ihr, dass ich so dumm bin?" fragte die Schildkröte. Später, als die Schwäne aufflogen, ihren Freund die Schildkröte zwischen sich an einem Stock tragend, wurden sie von ein paar Kuhhirten dabei beobachtet. Die Kuhhirten waren sehr erstaunt und riefen: "Was für ein seltsamer Anblick! Seht euch das an! Die Schwäne bringen die Schildkröte fort." "Nun, wenn die Schildkröte herunterfällt, werden wir sie rösten," sagte einer der Kuhhirten. "Ich werde sie in kleine Stücke schneiden und verspeisen," sagte ein anderer. Als sie diese unschönen Bemerkungen hörte, vergaß die Schildkröte, wo sie war, und rief ärgerlich: "Einen Dreck werdet ihr essen!" In gleichen Moment, da sie ihr Maul öffnete, hielt sie den Stock nicht mehr fest und stürzte zu Boden. Dort wurde sie von den Kuhhirten getötet. Die Schwäne sahen voller Gram das Ende ihrer Freundin, der Schildkröte, und wünschten, sie hätte auf sie gehört. Denn: Ein guter Rat ist Gold wert.
Einmal lebten drei Fische in einem Teich. Eines Tages kamen ein paar Fischer an dem Teich vorbei. Sie sagten zueinander: "Wir werden morgen früh hierher kommen und alle Fische fangen."
Als sie dies hörten, sagte einer der Fische: "Ich gehe weg, in einen anderen Teich", und schwamm durch einen Kanal in einen anderen Teich. Der andere Fisch sagte: "Wie kann ich wissen, was morgen passiert? Wenn Gefahr droht, werde ich ihr ins Auge sehen." "Warum sich beunruhigen!", rief der dritte Fisch. "Was kommt, das kommt." Am nächsten Morgen kamen die Fischer und warfen ihr Netz aus. Der zweite Fisch wurde im Netz gefangen und stellte sich tot. Gerade als er aus dem Netz geholt werden sollte, nahm er all seine Kraft zusammen, sprang zurück ins Wasser und schwamm davon. Der dritte Fisch wurde im Netz gefangen und von den Fischern getötet. Als sie fort waren, war der zweite Fisch froh, dass er überlebt hatte, obwohl es ihm um seinen Freund leid tat. Er dachte bei sich: "Es ist ein Fehler, alles dem Glück zu überlassen. Beim ersten Anzeichen von Gefahr, muss man schnell handeln."
In der Nähe eines Gebirges im Norden, auf einem Feigenbaum am Ufer des Flusses Amravati, lebte ein Reiherpaar, Mann und Frau. In einem Loch am Fuß dieses Baumes lebte eine schwarze Schlange. Diese kletterte immer den Stamm hinauf und fraß die Reiherjungen. Einmal, als das Reiherweibchen über den Verlust ihrer Jungen klagte, riet ihr ein anderer Reiher, der in der Nähe wohnte: "
Tu genau, was ich dir sage. Streue ein paar Fischstückchen von der Höhle des Mungos bis zum Baumloch der schwarzen Schlange. Der Mungo ist ganz begierig auf Fisch. Wenn er der Spur folgt, um den Fisch zu fressen, wird er sicher das Baumloch erreichen. Und wenn er die Schlange, seinen Feind, sieht, wird er sie bestimmt töten." Wie vorhergesehen, stürzte sich der Mungo auf die Schlange und tötete sie. Der Mungo hörte jedoch auch die Schreie der neugeborenen Reiherjungen. Er kletterte auf den Baum und fraß sie alle auf. Der benachbarte Reiher fühlte sich elend und schuldig, weil er einen undurchdachten Rat erteilt hatte. Er sagte zu sich: "Wenn man sich einen Plan ausdenkt, dann muss man auch die Folgen bedenken."
Vor langer Zeit lebte einst ein Weiser. Eines Tages, als er sich zum Mittagessen gesetzt hatte, fiel aus dem Schnabel einer Krähe eine Maus in seiner Nähe auf den Boden.
Er hob die Maus auf, nahm sie mit zu sich in den Ashram und fütterte sie mit Reis. Eines Tages sah der Weise eine Katze, wie sie die Maus durch den Ashram jagte. Er fürchtete, dass sein Haustier, die Maus, von der Katze getötet werden würde. Also verwandelte er -kraft seiner Buße - die Maus in eine Katze, so dass sie sich gegen andere Katzen verteidigen könnte. Bald tauschte ein Hund auf und begann, die Katze anzubellen und zu jagen. Als der Weise dies sah, verwandelte er die Katze in einen Hund. Eines Tages wurde sein Hund von einem Tiger erschreckt. Der Weise verwandelte sofort seinen Hund in einen Tiger. Er behandelte den Tiger jedoch so, als ob er immer noch seine kleine Maus wäre. Immer wenn die Dorfbewohner, die am Ashram vorbeikamen, den Tiger sahen, sagten sie: "Ha! Das ist kein Tiger! Es ist nur eine Maus, die der Weise in einen Tiger verwandelt hat. Er wird uns nicht auffressen. Er wird uns nicht mal Angst machen!" Als der Tiger dies hörte, war er sehr wütend und sagte bei sich: "So lange der Weise lebt, wird die Wahrheit über meine Natur bekannt sein. Ich muss ihn für immer los werden." So entschied der Tiger, den Weisen zu töten. Aber sobald der Weise den Tiger auf sich zukommen sah, wusste er, was im Kopf des Tigers vor sich ging. Er rief: "Verwandle dich wieder zurück in eine Maus!" Kaum hatte er diese Worte ausgerufen, da schrumpfte der Tiger und wurde wieder eine kleine Maus. Der Weise sah ihn mit Mitleid an und sagte: "Egal, ob man groß oder klein ist, es ist immer gut, demütig zu sein."
Vor langer Zeit lebte an einem See im Lande Malwa ein alter Reiher. Er war so schwach geworden, dass er keine Kraft mehr zum Fischen hatte.
Er dachte sich einen Plan aus, um Futter - Fische und Krebse - zu bekommen, ohne sich anzustrengen. Er ging zum Ufer des Sees und stand da leblos, wie von Kummer überwältigt. Ein Krebs, der den sorgenvollen Kranich bemerkte, fragte ihn: "Warum stehst du da und tust nichts, um Fische zu fangen?" "Mein lieber Freund, wie du weißt, lebe ich von Fisch," erklärte der Kranich. "Morgen früh wird ein Fischer hierher kommen und alle Fische aus dem See fangen. Ich habe diese Nachricht am Stadtrand gehört. Ohne die Fische muss ich sicherlich sterben. Diese Nachricht hat mich so beunruhigt, dass mir heute gar nicht danach ist, etwas zu fressen." Als die Fische diese alarmierende Nachricht hörten, begannen sie, die Sache zu besprechen, und sagten: "Dieser Kranich ist unser Feind, aber in dieser Stunde der Not kann er uns vielleicht helfen. Wir wollen ihn fragen, was zu tun ist." Die Fische schwammen zum Kranich empor und fragten: "Wie können wir überleben? Was sollen wir tun? Kannst du uns einen Rat geben?" Der Kranich - glücklich darüber, dass sein Plan aufzugehen schien - tat so, als denke er über ihr Problem nach und antwortete: "Doch. Es gibt einen Ausweg. Ich trage euch einen nach dem anderen zu einem anderen See, nicht weit von hier." Die Fische waren erleichtert und nahmen den Plan des Kranichs an. Jeden Tag brachte der Kranich mehrere Fische einen nach dem andern auf seinem Rücken zu einem nahegelegenen Ort und fraß sie auf. Der Kranich lebte eine Zeitlang bequem, ohne dass er selbst Fische fangen musste. Eines Tages sagte der Krebs: "Oh Kranich, bitte bring mich auch zu dem sicheren Ort!" Der Kranich willigte sofort ein und dachte bei sich: "Fein, fein! Zur Abwechslung werde ich einmal Krebs essen!" Am nächsten Morgen flog der Kranich den Krebs auf seinem Rücken zu dem Ort, wo er die Fische hingebracht und aufgefressen hatte. Der Krebs bemerkte einen Haufen Skelette der toten Fische. Schlagartig verstand der Krebs, was der Kranich getan hatte. "Oh was für ein Unglück! Es scheint, als ob ich gleich sterben müsste. Trotzdem, ich will so mutig sein wie ich nur kann und sehen, was ich tun kann." Der Krebs legte seine Zangen um den Hals des Kranichs und würgte ihn. Der Kranich fiel tot zu Boden. "So ist das." sagte der Kranich. "Du kannst nicht davon kommen mit deinen bösen Taten. Eines Tages kommt man dir auf die Schliche."
Einmal lebte ein einfältiger Brahmane.
Eines Tages kaufte er in seinem Dorf eine fette Ziege, um sie den Göttern zu opfern. Er warf sie sich über die Schulter und machte sich auf den Heimweg durch den Wald. Auf dem Weg sahen ihn drei Schurken. Als sie die fette Ziege über seinen Schultern sahen, sagten sie zueinander: "Wie können wir diese Ziege von ihm bekommen? Sie würde ein vorzügliches Mahl abgeben." Sie dachten darüber nach und machten einen Plan. Unbemerkt von dem einfältigen Brahmanen rannten sie durch den Wald und warteten, jeder vom anderen ein Stückchen entfernt, auf seinem Nachhauseweg. Als der Brahmane zum ersten Schurken kam, verbeugte sich der Mann vor dem Brahmanen, gab vor, ihm Respekt zu erweisen und sagte: "Ach heiliger Mann, warum trägst du einen Hund auf deinenn Schultern?" "Hund?" sagte der Brahmane und blickte erstaunt drein. "Es ist eine Ziege, die ich nachhause trage, um sie den Göttern zu opfern." Während der einfältige Brahmane seinen Weg fortsetzte, dachte er unaufhörlich über die Bemerkung des Schurken nach. Nachdem er eine bestimmte Strecke zurückgelegt hatte, hielt ihn der zweite Schurke auf. Der Man verbeugte sich und tat so, als würde er ihm Ehre erweisen. Dann sagte er: "Heiliger Mann! Warum trägst du einen Hund auf deinen Schultern?" Diesmal war der einfältige Brahmane so erstaunt, dass er die Ziege absetzte und sie mit forschenden Blicken ansah, um festzustellen, was es war. Zufrieden damit, dass es tatsächlich eine Ziege war, warf er sie sich wieder über die Schulter und begann schnell nachhause zu laufen. Aber in seinen Gedanken herrschte Unfrieden. Während er nachhause rannte, dachte er immer noch über den Vorfall nach. Da grüßte ihn der dritte Schurke. "Heiliger Mann!" rief er aus. "Was ist das? Warum musst du einen Hund, ein so unreines Tier, auf deinen Schultern tragen?" Das war es! Der Brahmane war überzeugt, dass er einen furchtbaren Fehler gemacht hatte. Er warf unverzüglich die Ziege von seinen Schultern ab und rannte davon, so schnell er konnte. Die drei Schurken ergriffen die Ziege, kicherten vor Zufriedenheit und sagten zu sich: "Es lohnt sich nicht, ein Einfaltspinsel wie der Brahmane zu sein. Man muss sich selbst vertrauen."
In einem Wald lebte einst ein Löwe namens Madotkata. Seine Anhänger waren eine Krähe, ein Tiger und ein Schakal.
Eines Tages, wie sie so hin und her wanderten, sahen sie ein Kamel, das von seiner Herde weggelaufen war. Sie befreundeten das Kamel und führten es zu Madotkata, ihrem König. Der König versicherte dem Kamel, dass sein Leben nicht in Gefahr sei. Er nannte es ‚Chitra Karna', was so viel wie ‚gefleckte Ohren' heißt, und lud es ein, bei ihnen zu bleiben. So ging einige Zeit vorbei. Eines Tages wurde der Löwe krank. An diesem Tag regnete es auch noch heftig, was es für die Tiere schwierig machte, etwas zu essen zu beschaffen. Darum waren sie sehr besorgt. Sie besprachen die Sache und sagten: "Lasst uns den Löwen dazu bringen, dass er das Kamel tötet. Wozu nützt uns das Kamel überhaupt?" "Der Löwe hat dem Kamel Sicherheit versprochen. Wie könnten wir also das Kamel töten?" sagte der Tiger. "Unser Meister verhungert. Da macht es ihm vielleicht nichts aus, sein Wort zu brechen und das Kamel zu töten, auch wenn es eine Sünde darstellt," sagte die Krähe.
So gingen sie alle zum Löwen. "Habt ihr irgendetwas zu fressen finden können?" fragte der Löwe. "Eure Majestät!" sagten sie. "Trotz unserer größten Anstrengungen konnten wir nichts finden." "Wie können wir ohne Fressen leben?" fragte der König. "Ihr habt Fressen zur Verfügung, aber ihr werdet es nicht fressen," sagte die Krähe. "Was für Fressen?" fragte der Löwe. Die Krähe flüsterte ihm ins Ohr: "Chitra Karna, das Kamel." "Gott behüte! Wir haben ihm versichert, dass sein Leben sicher ist." antwortete der König. "Wie könnten wir es töten?" "Wir müssen es nicht töten. Wir werden es so einrichten, dass das Kamel seinen Körper aus seinem eigenen freien Willen anbieten wird," antwortete die Krähe. Als der Löwe dies hörte, verstummte er. Die Krähe dachte nach und heckte einen Plan aus. Im rechten Moment gingen die Krähe, der Tiger und der Schakal zum Löwen. "Meister! Wir haben noch kein Fressen finden können, und sogar ihr verhungert. Also bitte fresst mich!" sagte die Krähe. "Freund, es ist besser zu sterben, als eine so sündige Tat zu begehen", erwiderte der Löwe. "Euer Hoheit! Warum esst Ihr nicht mein Fleisch, damit Ihr am Leben bleiben könnt?" fragte der Schakal. "Ganz sicher nicht!", antwortete der Löwe. "Oh König, bitte bedient Euch an meinem Fleisch," bat der Tiger. "Das werde ich nie tun," erwiderte der Löwe. Das Kamel, das zugehört hatte, fühlte sich sicher wegen des Versprechen des Königs über seine Sicherheit und sagte ernst: "Eure Majestät! Bitte erlaubt mir, Euch meinen Körper anzubieten." Kaum hatte das Kamel das gesagt, da sprang der Tiger auf es und riss es in Stücke. Die drei Anhänger und der König hatten ein herzhaftes Mahl und labten sich an dem armen Kamel. Der Weise sagt: "Narren sind leichte Beute für Schurken."
Vor langer Zeit lebte eine alte Schlange namens Mandavisha in einem üppig bewachsenen Garten. Sie war so alt geworden, dass sie ihr Fressen nicht mehr selbst jagen konnte. Eines Tages, als sie sich am Ufer eines Teiches ausruhte, sah ein Frosch sie.
Aus sicherer Entfernung fragte er: "Warum jagst du nicht dein Fressen?" "Oh Freund! Bitte lass mich allein. Warum jemanden quälen, der vom Lebensglück verlassen worden ist?" antwortete die Schlange. Die Neugier des Frosches war geweckt und er sagte: "Bitte, erzähl mir dein Problem." Die Schlange antwortete: "Freund, einmal biss ich den Sohn eines Brahmanen namens Kaundinya, in der Stadt Brahmapura. Er war ein feiner und begabter Knabe. Als der Vater seinen Sohn tot sah, wurde er ohnmächtig. Seine Verwandten versuchten, ihn wieder aufzuwecken. Als der Brahmane wieder zu sich kam, sagte er: "Ich entsage meiner Arbeit und allen weltlichen Zielen; ich werde mich in den Wald zurückziehen und meditieren." Dann verfluchte er mich: "Von heute an werden die Frösche dich als Transportmittel verwenden und auf dir reiten. Also warte ich auf Frösche, die auf mir reiten." Der Frosch, der der Schlange zugehört hatte, ging zu Jalapada, dem König der Frösche, und erzählte ihm von der verfluchten Schlange. Der König der Frösche ging zu Mandavisha, der Schlange, und hüpfte auf ihren Rücken. Die Schlange trug ihn hin und her, was ihm gefiel. Am folgenden Tag tat die Schlange so, als könne sie sich nicht bewegen. Der König der Frösche fragte sie: "Warum kriechst du so langsam heute?" "Oh, ich hatte nichts zu fressen" sagte die Schlange. "Nun, von heute an lasse ich dich die Frösche aus meinem Königreich fressen", sagte der König. "Mein Herr, ich nehme euer Angebot an." sagte die Schlange bescheiden. Im Laufe der Zeit fraß die Schlange alle Frösche, einen nach dem anderen, auf und schließlich auch den König der Frösche. Als der König an der Reihe war dachte er bitter: "Was für ein Dummkopf ich war, dass ich mich von einem solchen Schurken täuschen ließ."
In der Stadt Ujjain lebte einst ein Brahmane namens Madhava.
Eines Tages ging seine Frau ein Bad zu nehmen, und ließ ihren Sohn, der noch ein Säugling war, in seiner Obhut. In der Zwischenzeit erhielt der Brahmane eine Einladung vom König, in den Palast zu kommen, um Geschenke entgegenzunehmen. Es war ein Feiertag. Der Brahmane, der sehr arm war, dachte bei sich: "Wenn ich nicht sofort zum Palast des Königs gehe, dann wird ein anderer Brahmane die Geschenke bekommen. Ich sollte mich besser beeilen. Aber es gibt niemanden, der auf meinen Sohn aufpassen könnte. Was soll ich nur tun?" Er beobachtete sein Haustier, einen Mungo, und dachte: "Dieser Mungo ist wie mein eigener Sohn groß geworden, ich glaube, ich werde mein Kind in seiner Obhut lassen, während ich weg bin." Dann ging er zum Palast des Königs. Während der Mungo über das Kind wachte, sah er eine Schlange, die auf den Jungen zukroch. Er sprang auf die Schlange zu und tötete sie. Als der Brahmane zurückkehrte, eilte der Mungo nach draußen, um seinen Meister zu begrüßen und rollte sich zu seinen Füßen zusammen. Als der Brahmane das blutverschmierte Gesicht des Mungos bemerkte, dachte er: "Gott im Himmel, er hat meinen Sohn getötet." Ohne weiter nachzudenken tötete er den Mungo. Als der Brahmane hineinging, fand er seinen Sohn lebendig, wie er tief und fest schlief. Daneben lag eine tote Schlange auf dem Fußboden. Dem Brahmanen dämmerte die Selbstlosigkeit des Mungos und er fühlte sich elend ob dessen, was er getan hatte. Voller Reue dachte er: "Wie wahr, was man sagt: Wer in Eile handelt, bereut es hinterher ewig." | ||
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